Steigendes Insolvenzrisiko erwartet

ERM
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26. September 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

Wie aus einer aktuellen Analyse des Kreditversicherers Atradius hervorgeht, wird sich im kommenden Jahr das Insolvenzrisiko besonders in Großbritannien erhöhen. Denn erstmals seit 2011 steigt die Zahl an gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wieder an. Grund dafür ist die Brexit-Unsicherheit und ihre Folgen. Und die Prognose bleibt negativ: Während das schwache Pfund kurzfristig den Exportanteil insbesondere im produzierenden Gewerbe positiv beeinflusste, zeigt sich nun die Kehrseite der um 14 Prozent abgewerteten Währung seit dem Entschluss der Briten zum Ausstieg aus der EU. Die Importe haben sich verteuert. Die Kosten für den privaten Konsum steigen. Die Inflation erreichte mit plus 2,7 Prozent im Frühjahr 2017 einen so hohen Stand wie seit vier Jahren nicht mehr. Die Konsumentenkredite verteuern sich voraussichtlich erstmals seit sechs Jahren. Damit sinkt die Konsumlaune der privaten Haushalte. Die Verträge, die die Firmen zur Absicherung des Wechselkurses geschlossen haben, dürften auch bald auslaufen. Der ungewisse Ausgang der Verhandlungen mit der EU könnte die Unsicherheit auf der Insel verschärfen. Die Auswirkungen des Brexit auf die EU sind momentan noch moderat. Irland, die Niederlande und Belgien pflegen die engsten Wirtschaftsbeziehungen zu Großbritannien und sind damit am anfälligsten für negative Auswirkungen des Brexit.

Auch Griechenland und Portugal bleiben Sorgenkinder. Griechenland blickt 2017 nach fast zehn Jahren jährlich steigender Insolvenzquoten mit minus sechs Prozent auf die erste rückläufige Quote seit der Krise. Durch das höchste BIP-Wachstum seit zehn Jahren gehen auch die Insolvenzen in Portugal – voraussichtlich um zehn Prozent – in diesem Jahr zurück. Aber wie auch in Griechenland ist die Konkursgefahr dort  immer noch dreimal so hoch wie noch vor zehn Jahren. Trotz positiver Entwicklung liegen die Unternehmensinsolvenzen in der EU insgesamt noch immer 50 Prozent über dem Vorkrisenniveau von 2007. „Das ist kein beruhigendes Ergebnis, wenn wir im Tagesgeschäft sehen, welche negativen Konsequenzen sich bereits aus einer einzigen Insolvenz eines Kunden ergeben können“, so Thomas Langen, Finanzexperte bei Atradius. 

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