Volkswirte heben Prognosen für Inflation und BIP an

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26. Januar 2018
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Von Hans Bentzien

Die regelmäßig im Rahmen des Survey of Professional Forecasters von der EZB befragten Volkswirte erwarten für die nächsten beiden Jahre etwas mehr Inflation und deutlich mehr Wachstum als bisher. Zudem senkten sie ihre Voraussagen für die Arbeitslosigkeit spürbar.

Nach Mitteilung der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnen die Experten für 2018 nun mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 1,5 (bisher: 1,4) Prozent. Für 2019 wird ein Verbraucherpreisanstieg von 1,7 (1,6) Prozent prognostiziert und für 2020 eine Inflationsrate von 1,8 Prozent. Der volkswirtschaftliche Stab der EZB hatte im Dezember Inflationsraten von 1,4, 1,5 und 1,7 Prozent vorausgesagt.
Langfristig sehen die Volkswirte die Inflation weiterhin bei 1,9 Prozent. Die EZB, die mittelfristig knapp 2 Prozent Inflation anstrebt, begründet ihre anhaltend lockere Geldpolitik damit, dass es keinen überzeugenden Aufwärtsdruck bei der Inflation gebe. Gleichwohl hat sie ihre Anleihekäufe gerade auf 30 Mrd. Euro pro Monat halbiert. Die befragten Volkswirte hoben ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in den Jahren 2018 und 2019 auf 2,3 (1,8) Prozent und 1,9 (1,6) Prozent an. Für 2020 werden 1,7 Prozent Wachstum prognostiziert, langfristig sehen die Experten das Wachstum unverändert bei 1,6 Prozent.
Da die Potenzialrate des Euroraums deutlich unter 1 Prozent liegt, spricht das für eine Inflationserholung. In diese Richtung deuten auch die optimistischeren Annahmen für den Arbeitsmarkt. Die Experten senkten ihre Prognose für die Arbeitslosenquote in den Jahren 2018 und 2019 auf 8,4 (8,6) und 7,9 (8,4) Prozent. 2020 soll die Quote bei 7,6 Prozent liegen, langfristig bei 7,5 (8,1) Prozent. (DJN)

 

 

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