Vom ILAAP zur optimierten Gesamtbanksteuerung

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29. Januar 2019
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Henriette Kröner, Nikolaus Löbl

Im November 2018 veröffentlichte die EZB die aktualisierte Fassung der ILAAP-Guidelines. Aufbauend auf dem bereits im Februar 2017 skizzierten Mehrjahresplan detailliert die Bankenaufsicht ihre Erwartung an den internen Prozess der Überwachung der Liquiditätsadäquanz (ILAAP) der von ihr direkt überwachten signifikanten Institute. Die Guidelines sind für den SREP-Prozess im Jahr 2019 verbindlich anzuwenden.

Bereits jetzt sind die Institute angehalten, die von der EZB skizzierten Anforderungen zu berücksichtigen. Von den Instituten wird erwartet, dass sie die sieben Grundsätze der Guidelines auf ihre individuelle Geschäfts- und Risikostrategie zurückspiegeln und geeignete Risikomaße sowie Projektionsgrößen für ihre individuelle Situation implementieren. 

Das Ambitionsniveau liegt hierbei sehr hoch, und die Umsetzung erfordert von vielen Instituten eine umfassende Weiterentwicklung ihres ILAAP (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process). Auch, wenn viele Einzelkomponenten (Liquiditätsablaufbilanz, Stresstesting-Programm, LCR/NSFR, FTP, Bilanzplanung, etc.) bereits vorhanden sind, entsteht die Komplexität durch die geforderte Konsistenz verschiedener Perspektiven in der Steuerung, eine abgestufte Risk Governance und technische Fähigkeiten von der übergreifenden Anforderung an (Risiko-)Daten bis zu Simulationstools. In letzter Konsequenz bedeutet dies Konsistenz zwischen

  • dem Risiko-Governance-Rahmen über unterschiedliche Regime hinweg (fortlaufender Geschäftsbetrieb, Liquiditätsnotfall, Sanierungsplan), 
  • normativer und ökonomischer interner Perspektive in Projektion (Plan) und interner Liquiditätskostenverrechnung (Ist),
  • unterschiedlichen Zeithorizonten und hierbei insbesondere der Verknüpfung klassischer Geschäfts-Prozesse des Cash- und Liquiditäts(risiko)managements mit neuen Anforderungen zur Steuerung der untertägigen Liquidität sowie 
  • interner Kapital- (Risikotragfähigkeit/ICAAP) und Liquiditätsadäquanz (ILAAP).

Ziel dieses Beitrags ist es, eine Interpretation der ILAAP-Guidelines vorzustellen, mögliche Probleme und Schwierigkeiten bei der Umsetzung der aufsichtlichen Erwartungen zu benennen und anhand von Praxisbeispielen herauszuarbeiten, dass eine konsistente Umsetzung der ILAAP-Grundsätze auch die Chance bietet, die operative Steuerung weiterzuentwickeln. Über die Verdichtung von Informationen werden Steuerungsentscheidungen möglich und sind anschließend transparent in den Kennzahlen nachvollziehbar.

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Autoren:
Dr. Henriette Kröner ist Principal bei der Unternehmensberatung d-fine mit dem Schwerpunkt Liquiditätsrisiko und FTP. 
Dr. Nikolaus Löbl ist Manager im gleichen Unternehmen mit dem Schwerpunkt (Intraday-)Liquiditätsrisiko. 

[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 10/2018. Die Ausgabe ist seit dem 12. Dezember 2018 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

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