Weber: Basel III nicht ohne USA einführen

ERM
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09. Februar 2018
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Von Hans Bentzien

Axel Weber, Chef der schweizerischen Großbank UBS, warnt die europäischen Behörden davor, Basel III blind einzuführen. Bei einer Konferenz in Frankfurt äußerte er Zweifel daran, dass die Amerikaner das Eigenkapitalregelwerk umstandslos umsetzen werden.

In diesem Fall sollten auch die Europäer genau überlegen, was sie tun. "Ich fürchte, dass die großen Jurisdiktionen jetzt in unterschiedliche Richtungen gehen", sagte der ehemalige Bundesbank-Präsident. Die Äußerungen von Federal Reserve und US-Finanzministerium zur Umsetzung von Basel III deuten laut Weber zwar in die richtige Richtung. "Aber im Kongress sitzen Leute, die sagen, das sind Baseler Regeln, welche Macht hat dieser Ausschuss eigentlich?"

In den USA, so Weber, habe es einen regulatorischen Kurswechsel gegeben, bei dem die Volcker Rule, die Liquiditätskennziffer Net Stable Funding Ratio und die grundlegende Prüfung des Handelsbuchs in Frage gestellt worden seien. „Jetzt ist der Moment, in dem die europäischen und schweizerischen Regulierer darauf achten sollten, was im Rest der Welt passiert", sagte Weber. Basel III bringt für viele europäische Banken höhere Eigenkapitalanforderungen mit sich – vorausgesetzt, die Behörden setzen die Regeln des Baseler Ausschusses tatsächlich in Recht um. Dafür haben sie einige Jahre Zeit. Die EU-Kommission dürfte entsprechende Vorschläge nicht vor 2020 machen. (DJN) 

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