Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch: Neufassung zur Konsultation gestellt

-
20. Oktober 2017
-
Redaktion RISIKO MANAGER

Die BaFin hat aktuell einen Entwurf der Neufassung des Rundschreibens für Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch zur Konsultation gestellt. Die Änderungen umfassen unter anderem eine Berücksichtigung von Cashflows ohne Margen, d. h. Margencashflows sollen künftig nicht mehr verbindlich sein. Allerdings legt die Aufsicht Wert darauf, dass dem aus Margen resultierendem Risiko in den internen Risikosteuerungs- und -controllingprozessen angemessen Rechnung getragen wird. Des Weiteren wird das bisher enthaltene Ausweichverfahren gestrichen. Es wurde ursprünglich für Banken ohne eine barwertige Zinsrisikomessung eingeführt. Die EBA verpflichtete bereits 2015 die Institute, ihre Zinsänderungsrisiken sowohl barwertig als auch ertragsorientiert zu messen. Diese Vorgaben werden in den neuen MaRisk umgesetzt, d. h. Banken müssen künftig in der Zinsrisikomessung beide Steuerungsperspektiven berücksichtigen.

Mit dem Entwurf des neuen Rundschreibens strebt die BaFin an, die von der EBA veröffentlichten „Leitlinien zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos bei Geschäften des Anlagebuchs“ (EBA-GLs) in einer Weise zu implementieren, die den organisatorischen und finanziellen Aufwand der Kreditwirtschaft in einem angemessenen Rahmen hält. Daher soll verhindert werden, dass neue Vorgaben nach Umsetzung der neuen Baseler Regeln, der derzeitigen Überarbeitung der EBA-GLs und den zu erwartenden Neuerungen in der CRD V bzw. CRR II wieder zurückgenommen werden müssten.

Textquelle: BaFin
Artikelbild: ©choness3 / iStockphoto