Zinsänderungsrisiko: Szenarienbezogene Immunisierung von Cashflow-Profilen

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08. Dezember 2016
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Bernhard Kübler

Traditionelle durationsbasierte Immunisierungsstrategien beziehen sich typischerweise auf kleine parallele Änderungen der Zinsstrukturkurve. Die Absicherung gegen einzelne, konkret vorgegebene und größere Parallelverschiebungen der Zinsstrukturkurve sollte hingegen nicht auf der alleinigen Betrachtung der Duration und gegebenenfalls der Konvexität beruhen. Der vorliegende Beitrag setzt sich mit der Optimierung des (Gesamtbank-)Cashflows auseinander; diese soll eine möglichst gute Immunisierungswirkung gegen spezielle Zinsszenarien, die größere Änderungen der Zinsstrukturkurve beinhalten, erzielen. Als vorgegebene Zinsszenarien werden hier exemplarisch die beiden Szenarien des Baseler Zinsschocks gewählt, also deutliche Parallelverschiebungen der Zinsstrukturkurve nach oben und unten.

Speziell diese Wahl der Szenarien nehmen wir vor dem Hintergrund einer möglichen Kapitalunterlegung des Baseler Zinsschocks vor. Durch die Vorgaben der EBA (SREP Guidelines) für weniger bedeutende Institute (sog. LSI – less significant institutes) werden Kapitalfestsetzungen oberhalb der Säule-1-Mindestanforderungen in Zukunft zur Regel. Man spricht dann auch vom Säule-1-plus-Ansatz, in dem der SREP darauf ausgerichtet ist, von der Säule 1 nicht erfasste Risiken mithilfe aufsichtlicher Modelle zu quantifizieren und Instituten Kapitalzuschläge aufzuerlegen. Für alle vorhandenen Risiken, die nicht explizit durch CRR-Anforderungen abgedeckt sind, werden Zuschläge erhoben werden. Als Risikoart, welche nicht in Säule 1 enthalten ist, wird das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch (IRRBB) im Sinne des Säule-1-plus-Ansatzes berücksichtigt werden. Bei der Methodik für die SREP-Kapitalfestsetzung speziell des IRRBB bildet die negative Barwertänderung beim Baseler Zinsschock den Ausgangspunkt. Die Szenarien des Baseler Zinsschocks bestehen in sofortigen Verschiebungen der aktuellen Zinsstrukturkurve (over night) parallel um +/- 200 Basispunkte, wobei ein Floor von 0 Prozent eingezogen wird.

Vor diesem Hintergrund erörtern wir die Frage, welche Struktur eines Zinsänderungsrisiko-Cashflows optimal ist, um die Belastung durch die angewendeten Zinsschockszenarien möglichst gering zu halten. Die Optimalität bezieht sich im Rahmen dieser Untersuchung auf das simultane Verhalten des Cashflows in Bezug auf die beiden Szenarien des Baseler Zinsschocks. Der für die Berechnung des Zinsschocks maßgebliche Cashflow wird dabei in praxi nicht beliebig gewählt werden können, sondern muss gewissen Nebenbedingungen, die sich aus institutsinternen Anforderungen ergeben, genügen. Der vorliegende Beitrag setzt sich daher mit der Erzielung einer Cashflow-Struktur auseinander, die zu möglichst geringen negativen Auswirkungen auf den Barwert eines Portfolios bezüglich der zugrunde gelegten Schockszenarien führt, bei gleichzeitiger Einhaltung weiterer, aus der internen Risikosteuerung resultierender Anforderungen.

Literatur, Notation und Beispiel
In einer früheren Arbeit betrachten Bierwag/Khang [vgl. Bierwag/Khang 1979] die Immunisierung von Anleiheportfolien, wenn additive stochastische Zinsshifts die einzige Quelle von Unsicherheit sind. Alexander/Resnick [vgl. Alexander/Resnick 1985] erweitern dieses Modell um Kreditrisikoaspekte und legen ihrer Analyse von Immunisierungsstrategien ein Portfolio aus ausfallrisikobehafteten Bonds zugrunde.

[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 01/2017. Die Ausgabe ist seit dem 30. November 2016 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

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Autor:
Bernhard Kübler, Senior Manager Risk Controlling, Baader Bank AG.

Bildquelle: ©aydinmutlu / iStockphoto.com