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Dr. Marcus Albrecht (Foto) wechselt in die Wissenschaft und ist zum Professor an der Fachhochschule Düsseldorf ernannt worden. Bis 2009 leitete er das Risikomanagement bei der GFKL Financial Services AG in Essen. [mehr]



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Kaum ein Großunternehmen, das zwischenzeitlich nicht seine Compliance-Strukturen auf den Prüfstand stellte. Und dennoch: Die Korruption lebt. [mehr]



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Risikoprofile junger Unternehmen

Von Stefan Hirschmann


DÜSSELDORF, 2.2.2010. Freilich keine bahnbrechend neue Erkenntnis für Risikomanager ist das wesentlich höhere Ausfallrisiko bei Unternehmensgründern. Während sich bei einer Darlehenslaufzeit von fünf Jahren die Ausfallrate bei etablierten Unternehmen in einem Korridor von 12 bis 16 % bewegt, liegt das Kreditrisiko bei Start-Ups mit 25 bis 32 % Ausfallrate annähernd doppelt so hoch. Gemäß der Ratingskala von Standard & Poor's bzw. Fitch Ratings liegt die Bonitätseinschätzung damit in der Regel tief im Non-Investment-Segment bei 'B' oder allenfalls 'B+'. Da die durchschnittliche Darlehensgröße bei der Finanzierung junger Unternehmen zwischen 45.000 und 50.000 EUR liegt, handelt es sich aus der Perspektive der Kreditinstitute um typisches Retailgeschäft, das ein hohes Maß an Standardisierung erfordert. "Dabei lassen sich im Rahmen des bankinternen Ratingverfahrens drei Risikotreiber identifizieren", sagt Dr. Andreas Höck, Risikomanager bei der KfW Bankengruppe. Einerseits spiele die Gründerpersönlichkeit, dessen Know-know, Berufserfahrung und Ausbildung eine zentrale Rolle. Dazu gehöre auch die sorgfältige Planung und Organisationsfähigkeit, die Gründungsidee und der Außenauftritt sowie die Unterstützung der Familie. Andererseits hätten sich die Markteintrittsbarrieren und häufige Probleme bei Gründungen im technischen Bereich als Risikofaktoren erwiesen, so Höck im Rahmen einer Veranstaltung des Verbands der Vereine Creditreform in Düsseldorf.

Nach zwei bis drei Jahren seien insbesondere Probleme bei der Fremdkapitalaufnahme, unzureichende alternative Finanzierungsformen sowie das Organisationswachstum als kritische Risikofaktoren zu nennen. "Meist wachsen die Umsatzzahlen schneller als die internen Strukturen, wobei der Aufbau eines Controllings und Risikomanagements oft zu spät erfolgt bzw. die Einpreisung entstehender Overhead-Kosten verspätet angegangen wird", weiß Höck. Im Risikomanagement der Bank wandern die Kreditnehmer deshalb vom anfänglichen Existenzgründerrating nach zwei Jahren Geschäftstätigkeit in das Ratingverfahren für Freiberufler und kleine Gewerbetreibende bei nicht-bilanzierenden Unternehmen bzw. in das KMU-Rating der KfW bei bilanzierenden Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 500 Mio. EUR. Neben den klassischen Ratingkomponenten (Hard und Soft Facts) spielt die Zuspielung externer Kreditinformationen beim Existenzgründerrating eine besondere Rolle, zumal zu Beginn einer Geschäftstätigkeit naturgemäß keine historischen Daten zur Verfügung stehen und die Nutzung von Informationen über das Zahlungsverhalten des Gründers gegenüber Banken, Dienstleistern, Mobilfunkbetreibern oder Versandhändler herangezogen werden müssen.

Hier ermöglichen Auskunftei-Anfragen über das Zahlungserhalten gegenüber Geschäftspartnern und Lieferanten eine bessere Bonitätsbeurteilung der Kreditnehmer. Dabei können sich gute Einschätzungen der Zahlungsweise auch positiv auf die Gesamtbewertung auswirken. Auf der anderen Seite führen Negativmerkmale und Informationen über nicht vertragskonformes Verhalten (z.B. Haftbefehl, Insolvenz etc.) unmittelbar zur Ablehnung, um hohe Risiken auszuschließen. "Gründungen aus der Arbeitslosigkeit weisen ebenfalls ein erhöhtes Risiko auf", sagt Höck. Als Kreditrisikominderungstechniken empfiehlt der Risikocontroller die Vereinbarung von Financial Convenants sowie die Begrenzung des Risikos auf Gesamtportfolioebene durch Diversifikation nach Branchen, Unternehmensgruppen und Regionen. Zudem lasse sich über die Besicherung von Krediten, persönliche Haftung des Unternehmers, Mithaft von Gruppenunternehmen oder Kapitalbelassungserklärungen eine Senkung der Verlustquote bei Ausfall erreichen.

"Das Management externer Informationen ist elementarer Bestandteil des Credit Managements", sagt auch Risikomanagement-Experte Jörg Rossen von Creditreform. Der Nutzen erweise sich vor allem bei der individuellen und trennscharfen Prognose des künftigen Zahlungsverhaltens. Fraud Prevention, Mehrwertinformationen durch die Vernetzung von Quellen sowie die Referenzierung und Validierung der Informationen seien weitere wichtige Faktoren.

 

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