In der Versicherungswirtschaft wird die Frage nach der richtigen Aufbau- und Ablauforganisation nicht mehr allein von den betreffenden Mitarbeitern oder der Geschäftsführung beantwortet. Vielmehr geben Gesetzestexte und aufsichtsrechtliche Bestimmungen in vielen Bereichen eine Struktur vor.
Mit dem Neunten VAG-Änderungsgesetz hat der Gesetzgeber die organisatorischen Vorgaben konkretisiert und somit erstmals Compliance-Anforderungen für Versicherungsunternehmen aufsichtsrechtlich verankert. Zudem sieht der Vorschlag der EU-Kommission für die Solvency II-Richtlinie ein neues Governance-System vor, zu dessen Bestandteilen eine Compliance-Funktion zählt. Die aktuelle und andauernde Diskussion um eine gute Corporate Governance und notwendige Compliance Vorschriften forcieren die geschilderte Entwicklung zusehends. Internationale und nationale rechtliche Vorgaben – wie z.B. die VAG-Novelle, Reform des VVG, Solvency II oder die MaRisk – stellen die Assekuranz vor ständig neue Compliance-Herausforderungen.
Das frühzeitige Umsetzen externer Regulierungen ist deshalb ein entscheidender strategischer Vorteil im Kampf um das Vertrauen der Kunden, der Vermittler sowie der Anteilseigner! Darüber hinaus trägt eine gute Compliance-Organisation durch erhöhte Transparenz der Prozesse entscheidend zur Risikominimierung bei und dient somit als Frühwarnsystem.
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Zeitschrift Risk, Compliance & Audit