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EZB übernimmt keine Risikopapiere aus Bankbilanzen
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KYP: Der Mensch als Risikofaktor im OpRisk
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Einführung des Trennbankensystems beschlossen
Der Bundestag hat die umstrittenen Regelungen des Trennbankengesetzes zeitlich gestreckt und will so den betroffenen Banken länger die Gelegenheit geben, sich auf eine Abspaltung riskanter Geschäfte e
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J.P. Morgan erleidet Desaster im Risikomanagement

Von Jörg E. Jäger

KÖLN, 11.5.2012 (DJN) . Und wieder haben die vermeintlichen "Masters of the Universe" zugeschlagen: J.P. Morgan-Chef Jamie Dimon räumte ein, dass eine schief gegangene Strategie auf Basis von Kreditderivaten der Bank einen Verlust von zwei Milliarden Dollar eingebrockt hat. Weitere Miese in den kommenden Monaten nicht ausgeschlossen. Damit hat J.P. Morgan nicht nur einen veritablen Imageschaden eingefahren, gilt die Bank doch als der Erfinder des grundlegenden Modells für die Risikokontrolle. Viel schwerer wiegt der Bärendienst, den die Bank damit der US-Finanzindustrie insgesamt erwiesen hat. Denn über der Branche schwebt das Damoklesschwert der Umsetzung der so genannten Volcker-Rule. Die fordert, dass Banken ihre spekulativen Anlagegeschäfte auf Kundenaufträge beschränken müssen. Da die US-Finanzindustrie weiter stark vom Investmentbanking abhängt, käme die Implementierung einem Verlust des Geschäftsmodells gleich. Gerade unlängst hat die Federal Reserve den Banken überraschend aber eine Gnadenfrist eingeräumt und die eigentlich für den 21. Juli vorgesehene Umsetzung um zwei Jahre verschoben. Der von J.P. Morgan geschossene Bock dürfte jetzt aber wieder Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die die US-Finanzindustrie eng an die Kandare nehmen wollen. Zumal dabei abermals die seit der geplatzten Immobilienblase als Teufelszeug geltenden Kreditderivate im Spiel waren. "Wenn die Banken nicht einmal ihr eigenes Risiko kontrollieren können, wird es der Staat für sie machen", sagt ein Aktienhändler. Die direkten Konsequenzen für die Bank dürften sich allerdings in Grenzen halten, der bislang eingestandene Verlust wird den Gewinn von J.P. Morgan im laufenden Jahr den Berechnungen von Goldman Sachs zufolge lediglich um 5 Prozent auf 4,65 Dollar je Aktie drücken.

Verluste in der bislang bekannten Größenordnung erschienen für ein Unternehmen verkraftbar, das seit 2009 im Mittel 4,1 Milliarden Dollar je Quartal eingefahren habe und über eine Marktkapitalisierung von 155 Milliarden Dollar verfüge, sagt Deutsche-Bank-Stratege Jim Reid. Branchenweit sei neben der Munition, die die Causa J.P. Morgan den Befürwortern einer stärkeren Regulierung in die Hände gebe, jedoch auch die Reaktion der Rating-Agenturen interessant. So überprüfe etwa Moody's gegenwärtig global die Bonitätsbewertungen der Kreditinstitute. Die Details zu der Panne blieb J.P. Morgan-Chef Dimon bei der kurzfristig einberufenen Telefonkonferenz am Vorabend freilich schuldig. Was eigentlich dazu gedacht gewesen sei, das Kreditrisiko des Unternehmens abzusichern, habe sich als mangelhaft sowie schlecht umgesetzt und überwacht erwiesen, ließ er sich lediglich vernehmen. Da das Portfolio wohl auch in den kommenden Quartalen volatil sein werde, stellte er weitere Verluste von 1 Milliarde Dollar in Aussicht. Beobachter gehen allerdings von höheren Zahlen aus. Der Rest der Welt kenne jetzt die Positionen, was solle Hedgefonds davon abhalten, dies auszunutzen, fragt etwa die trotz ihrer unter Pseudonymen schreibenden Autoren Reputation genießende Webseite Zerohedge. Die fraglichen Kreditderivate seien zwar billig gewesen, hätten jedoch einer kontinuierlichen Pflege bedurft, mutmaßt Zerohedge. Als der Markt zur Rally angesetzt habe, sei es eigentlich notwendig gewesen, zunehmend Positionen zu verringern, um das Absicherungsniveau beizubehalten. Versuche, diese übergesicherten Positionen wiederum abzusichern oder abzustoßen, hätten dann wohl das Geständnis vom Vorabend nötig gemacht. Festzuhalten bleibe also, dass nicht das Instrument, sondern der Trader verantwortlich gewesen sei, so Zerohedge. "Man sichert kein Risiko ab, wenn man auf anhaltendes Momentum wettet, Du Idiot."

 

 

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