IWF warnt vor Risiken aus Staatsverschuldung
Immobilienverband wehrt sich gegen CRD IV-Entwurf
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KÖLN, 20.7.2010 (DJN). Die Hypo Real Estate AG hat einem Agenturbericht zufolge den aktuell bei den größten Banken Europas durchgeführten Stresstest nicht bestanden. Das berichtet Bloomberg News unter Berufung auf mehrere Personen. Die inzwischen verstaatlichte Bank wäre damit die erste, von der ein Durchfallen bei dem Stresstest bekannt wird. Sprecher der Bank und der Bundesbank als Bankenregulierer wollten den Bericht nicht kommentieren. Die größten EU-Banken werden derzeit einem Belastungstest unterzogen. Geprüft wird die Fähigkeit der Banken, zusätzliche Schocks von Kredit- und Marktrisiken auszuhalten, darunter Risiken, die sich aus Engagements in Staatsanleihen ergeben.
Der Ausschuss der europäischen Bankaufsichtsbehörden (Committee of European Banking Supervisors - CEBS) wird die Ergebnisse der Stresstests für 91 europäische Banken am Freitag veröffentlichen. Die Hypo Real Estate war bereits von der Bundesregierung rekapitalisiert worden und befindet sich in einem umfangreichen Restrukturierungsprozess. Dabei sollen 210 Mrd. EUR an Vermögenswerten in eine so genannte Bad Bank ausgelagert werden.
Laut Kreisen fehlen der HRE 2 Mrd. EUR, um den Stresstest zu bestehen. Ohne dieses zusätzliche Kapital werde die HRE an der 6-Prozent-Hürde für die Kernkapitalquote Tier 1 scheitern, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen zur Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Diese Quote wird als Mindestanforderung im Stresstest vorausgesetzt. Die Hypo Real Estate hat zuletzt rund 8 Mrd. EUR vom Staat erhalten und bereits angekündigt, dass für die Rekapitalisierung wohl 10 Mrd. EUR notwendig sind. Das zusätzlich erforderliche Kapital hat die Bank aber noch nicht beantragt. Zu der Kapitalspritze kommen 93,5 Mrd. EUR Garantien des Sonderfonds hinzu. Trotz dieser Summen ist die Kapitalisierung der HRE mit einer Tier 1 Kapitalquote von 7,7 % weiterhin unterdurchschnittlich. Eine solide Kapitalquote ist aber das Herzstück des Belastungstests, dem die größten EU-Banken derzeit unterzogen werden.
"Wenn der Stresstest sechs Monate später gekommen wäre, hätte die HRE ihn bestanden", sagte eine der beiden Informanten. "Bei dem unterstellten Stressszenario, der ein Haircut von 20 % auf das Griechenland-Portfolio unterstellt, sind die rund 2 Mrd. EUR genau die Summe, die in der Kasse fehlen." Der massierte Kauf von Staatsanleihen war der HRE zum Verhängnis geworden, nachdem Griechenland mit Schuldenproblemen der Finanzwelt einen weiteren Schock versetzt hatte. Allein die HRE hat rund 80 Mrd. EUR in Staaten investiert, die in Schwierigkeiten geraten sind. Eine hohe Kreditrisikovorsorge und die Gebührenbelastung sind der Grund, warum die HRE auch mit den Milliardenhilfen weiter Verluste schreibt.
Trotz aller Probleme hat die HRE keinen Grund zur Eile, neues Geld zu beantragen. Die Kapitalisierung ist durch den Staat gesichert. Zudem ist die jetzige Situation mit Blick auf die geplante Abwicklungsbank ohnehin nur eine Momentaufnahme, da die HRE in der jetzigen Form ein Auslaufmodell ist. In die Abwicklungsbank sollen Risiko-Papiere im Volumen von rund 210 Mrd. EUR ausgelagert werden. Sie wird aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr an den Start gehen.