E.ON optimiert Konzernkreditrisikosteuerung
EU-Versicherungsaufsicht für Erleichterungen bei Kapitalregeln
Branchenrisiken bei Europas Privatkundenbanken
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KÖLN, 14.5.2012 (DJN). Ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Eurozone gefährdet nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch nicht nur die Bonität der Euro-Länder, sondern auch die Kreditwürdigkeit von Unternehmen aus Südeuropa. Besonders gravierend wären die Folgen, wenn Griechenland die Gemeinschaftswährung abrupt verlassen würde. Im Falle eines geordneten Austritts seien die Konsequenzen auf die Peripherie des Euroraums begrenzt,
heißt es bei Fitch weiter. "Geringeres Wachstum, ein eingeschränkter Zugang zu Kapital und gedeckelte staatliche Ausgaben könnten europäische Firmenratings unter Druck setzen.
Das Ausmaß hängt von der Antwort der Politik auf einen Euro-Austritt des Landes ab." Für den Fall eines geordneten Abschieds Griechenlands aus der Eurozone erwartet Fitch, dass Firmen aus Italien, Spanien und Portugal mit Herabstufungen ihrer Bonität rechnen müssen. Für viele griechische Firmen würde dieser Schritt jedoch das Ende bedeuten. Ein plötzliches Euro-Aus Griechenlands hätte laut Fitch katastrophale Auswirkungen auf den gesamten Kontinent. Unternehmen aus Peripherieländern könnten bei ihrem Rating bis zu drei Stufen einbüßen. Fitch betont allerdings, dass die Agentur weiter von einem Verbleib Griechenlands in der Eurozone ausgeht, ein Austritt aber wahrscheinlicher geworden ist.
Das politische Patt nach der Wahl in Griechenland hat nach Ansicht der Ratingagentur Moody's das Risiko erhöht, dass das schuldengeplagte Land pleite geht und die Eurozone verlässt, was sehr negative Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit der griechischen Banken haben würde. Die Wahl vom 6. Mai, bei der die Gegner des Spar- und Reformkurses große Stimmenzuwächse erzielten, hat zu einer politischen Lähmung des Landes geführt, weil sich keine Koalition für eine handlungsfähige Regierung abzeichnet. Die Wähler hätten die zwei Parteien, die das Austeritätsprogramm unterstützen, "marginalisiert", erklärte die Ratingagentur. "Damit ist die Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten Bankrotts und eines Austritts aus der Währungsunion gestiegen", erklärte Moody's-Analyst Nondas Nicolaides in einer Researchstudie. "Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro hätte sehr negative Konsequenzen für die griechischen Banken", warnte der Analyst. Nach einer Woche erfolglosen Tauziehens zwischen den Parteien unternimmt nun Staatspräsident Karolos Papoulias einen letzten Anlauf, um die Blockade zu durchbrechen. Die Chancen werden allerdings als gering einschätzt. Damit steuert Griechenland auf Neuwahl im Juni und eine gewisse Zukunft zu. Sollten die Spargegner bei dem neuen Urnengang weiter zulegen, dürfte damit auch das Ende der Euromitgliedschaft Griechenlands besiegelt sein. "Es hat zuletzt eine verschärfte Rhetorik von griechischen Politiker gegeben, die eine Kündigung oder eine Änderung des Kreditprogramms gefordert haben", stellte Moody's-Analyst Nicolaides fest. "Zur gleichen Zeit haben europäische Politiker darauf beharrt, dass das Hilfsprogramm nicht verhandelbar sei und dass Griechenland seine Verpflichtungen erfüllen müsse, um weitere Hilfen aus dem 130 Milliarden Euro schweren Paket zu erhalten." Sollte Griechenland den Euro verlassen, könnte dies zu einem Ansturm auf die Bankeinlagen, zu einem Einfrieren der Konten durch die Regierung und zu einer neuen Währung führen, die die Spareinlagen zu einem großen Teil entwertet. Die Folge wären große wirtschaftliche Verwerfungen, erklärte Moody's. Zudem würde sich die Verantwortung für die Bankenfinanzierung und Rekapitalisierung von den europäischen Institutionen auf griechische Einrichtungen verlagern, was die Fähigkeit der Banken zur Kreditvergabe und zur Wachstumsförderung für längere Zeit beeinträchtigen würde.