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Reduzierung von Kreditrisiken durch zusätzliche Bonitätsinformationen

Von Stefan Hirschmann


DÜSSELDORF, 15.5.2012. Im modernen Kreditrisikomanagement ist es keine bahnbrechend neue Erkenntnis, dass im Rahmen des Kreditvergabeprozesses die Berücksichtigung zusätzlicher Informationen über einzelne Kreditnehmer nicht nur eine bessere Basis für die flexiblere Gestaltung von Bestell- oder Kreditkonditionen bilden, sondern auch die Ausfallrisiken reduzieren können. Neben traditionellen Bonitätsinformationen bezieht sich diese Erkenntnis auch auf weitere Dienste wie Adressvalidierungen, Identifizierungen und Bestandskunden-Monitoring. Neben den bankinternen Rating- und Scoringkomponenten spielt die Zuspielung externer Kreditinformationen insbesondere beim Existenzgründerrating eine gewichtige Rolle, zumal zu Beginn einer Geschäftstätigkeit naturgemäß keine historischen Daten zur Verfügung stehen und die Nutzung von Informationen über das Zahlungsverhalten des Gründers gegenüber Banken, Dienstleistern, Mobilfunkbetreibern oder Versandhändler herangezogen werden müssen. Im Retailgeschäft ermöglichen Auskunftei-Anfragen über das Zahlungsverhalten gegenüber Geschäftspartnern und Lieferanten eine bessere Bonitätsbeurteilung der Kreditnehmer und schützen vor Zahlungsausfällen bei der Vergabe von Geld-, Waren- oder Leistungskrediten an Konsumenten.

Mit Hilfe von Millionen von Datensätzen können die Auskunfteien wie Schufa, Creditreform oder Bürgel zudem detaillierte Schuldnerprofile nach Personen, Regionen oder Stadtteilen erstellen. Der volkswirtschaftliche Nutzen von Bonitätsauskünften durch die Vermeidung von Betrugsfällen, Zahlungsausfällen oder Adressverlusten ist enorm und überwiegt den potenziellen Schaden durch – vereinzelt offenbar nicht zu vermeidende – fehlerhafte Konsumdaten um ein Vielfaches. Die aggregierten Kreditinformationen dienen Banken und Sparkassen als grundlegende Basis für unterschiedliche Kreditstrategien. Laut dem Schufa Kredit-Kompass wurden beispielsweise im vergangenen Jahr 97,5 % aller Kredite ohne Zahlungsausfälle getilgt. Hinsichtlich des übrigen Anteils lässt sich das Risiko auf verschiedene Risikogruppen und -faktoren verteilen. Die verlässlichsten Schuldner sind erfahrungsgemäß in der Altersgruppe der über 55-Jährigen zu finden, die meisten Zahlungsausfälle bei Ratenkrediten verursachen dagegen die unter 30-Jährigen. Dieses Phänomen bestätigt auch Siebo Woydt (Foto), Geschäftsführer der Creditreform Boniversum GmbH. „Vor allem junge Menschen stehen stark in der Überschuldungsgefahr. So hat sich insbesondere bei Personen im jüngeren Alterssegment sowie bei Menschen mit eher geringem bis mittlerem Bildungsniveau eine überdurchschnittliche Verschlechterung des Schuldnerklimas eingestellt“, so Woydt vor Journalisten in Düsseldorf. Allgemein bleibe die Überschuldungslage der deutschen Verbraucher derzeit allerdings auf stabil-positivem Niveau. Der aktuelle Wert des Boniversum Schuldnerklima-Indizes von 102,3 Punkten spiegelt eine aktuelle stabile konjunkturelle Situation der deutschen Verbraucher wider. „Auch mit einer dramatischen Verschlechterung ist in den nächsten Monaten nicht zu rechnen“, so Woydt. Die deutschen Verbraucher seien aufgrund der konjunkturellen Verunsicherung und dem Risiko einer Rezession vorsichtiger geworden und hätten weniger Kredite in Anspruch genommen. Zugenommen habe hingegen die Bereitschaft der Deutschen, künftige Anschaffungen mit Krediten zu zahlen – 30 Prozent der Verbraucher planen demnach kreditfinanzierte Anschaffungen in den nächsten drei Monaten.

 

Quelle: Creditreform Boniversum, Schufa

 

 

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