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Dodd-Frank-Act zwingt zum Banken-Testament

Von Jessica Holzer

WASHINGTON, 5.7.2012 (DJN). Einige der größten Banken der Welt haben ihr Testament gemacht. Das heißt nicht, dass sie kurz vor dem Ableben sind. Der US-Gesetzgeber fordert von den Instituten Pläne, wie eine mögliche Abwicklung der Unternehmen in Krisenzeiten von statten gehen könnte. Die "Patientenverfügungen" von neun Finanzinstituten – darunter auch die Deutsche Bank – wurden nun veröffentlicht. Es zeigt sich, dass diese höchst unterschiedlichen Vorstellungen davon haben, was im Falle eines Untergangs mit ihnen passieren soll. Zumindest eine Bank identifiziert Hegdefonds als potenzielle Käufer ihrer Assets, während ein Wettbewerber große Banken und Maklerfirmen als "natürliche" Käufer ansieht. Eine weitere Bank wies den schnellen Verkauf seines Maklergeschäfts an, ein weiteres Unternehmen mahnte zum raschen und stückweisen Verkauf aller Geschäftsfelder. Die Bankentestamente sind eine Folge des US-Gesetzes "Dodd-Frank-Act", das als Reaktion auf die Finanzmarktkrise von 2007 entstanden ist. Der Gesetzgeber will damit dem Eindruck entgegenwirken, dass es Banken gibt, die "too big to fail" sind, also in einer Krise auf jeden Fall mit Staatsmitteln gerettet werden müssten. Mehr als 100 große Finanzinstitute müssen entsprechende Abwicklungspläne bei der US-Notenbank Fed und dem Einlagensicherungsfonds Federal Deposit Insurance Corp (FDIC) bis Ende 2013 einreichen. Die bei den US-Behörden bisher eingegangenen Pläne sind nicht allesamt vollständig. Vielmehr dürfte es noch eine Weile zwischen Banken und Regulierern hin und her gehen. Die Institute sind in der Pflicht, ihre Notfallpläne gegebenenfalls anzupassen, falls diese nicht als glaubwürdig angesehen werden. Tun sie das nicht, wären harte Strafen die Folge. Nicht alle Details geraten an die Öffentlichkeit. Viele Banken bestehen darauf, dass die Pläne vertrauliche Informationen enthalten, die nicht in die Hände der Wettbewerber fallen dürften, wie ein Vertreter der FDIC mitteilte.

Die Investmentbank Goldman Sachs strebt im Falle eines Untergangs einen separaten Verkauf der einzelnen Geschäftsfelder an, da eine gleichzeitige Liquidation aller Unternehmens-Assets die Märkte zu sehr belasten könnte. Letzteres würde außerdem länger dauern und nicht das Maximum für die Anspruchsteller herausholen. Die Citigroup wünscht sich einen schnellen Verkauf des Brokerage-Geschäfts. Außerdem könnte das Bankgeschäft von der Muttergesellschaft abgespalten werden und als kleinere Bank rekapitalisiert werden. Die UBS ist wegen ihrer Größe der Meinung, dass nur die sehr großen Wettbewerber in der Lage seien, ihre Geschäfte in einer Krise aufzukaufen. UBS-Konkurrent Credit Suisse hat Hedgefonds sowie Banken und Wertpapierunternehmen als seine bevorzugten Käufer auserkoren. J.P. Morgan Chase hält seine Kernaktivitäten für "hochgradig attraktiv", so dass es viele verschiedene potentielle Käufer gebe. Von Morgan Stanley und Bank of America liegen nur sehr knappe Zusammenfassungen vor.

 

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