Topographie der Kreditrisiken
Studie: 113.000 Unternehmen bleiben ausfallgefährdet
Krise abgehakt: Zahlungsmoral wieder intakt
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KÖLN, 10.3.2010. Die Ratingagentur Fitch hat sich besorgt über die Kreditwürdigkeit Großbritanniens geäußert. Das Vorhaben der britischen Regierung, das hohe Haushaltsdefizit erst in vier Jahren zu halbieren, sei "zu langsam", sagte Fitch-Direktor Brian Coulton im Rahmen einer Konferenz in London. Das Tempo beim Abbau des Defizits sollte erhöht werden, um das Risiko von Schocks für die Staatsfinanzen zu verringern. Im laufenden Jahr rechnet die Regierung von Premierminister Gordon Brown mit einem Budgetdefizit von fast 13 % des Bruttoinlandsprodukts.
Neben Großbritannien erwähnte Coulton auch Frankreich und Spanien. Alle drei Staaten müssten glaubwürdigere Konsolidierungsprogramme vorstellen. "Sollte dies nicht geschehen, dann wird sich der Druck auf die Länderratings erhöhen", warnte Coulton. Fitch bewertet derzeit alle drei Staaten mit der höchsten Note 'AAA' mit einem stabilen Ausblick. Im Frühjahr stehen Wahlen in Großbritannien an. Die jüngsten Umfragen, die auf ein mögliches Patt zwischen der Labour-Partei und den Konservativen deuten, haben zu Unruhe an den Finanzmärkten geführt. Investoren befürchten, dass es der neuen Regierung nicht gelingen wird, das ausufernde Staatsdefizit wieder unter Kontrolle zu bringen. Denn die Rezession hat Großbritannien härter getroffen als andere Industriestaaten und die Aussichten für die Wirtschaft sind düster.
Die Ratingagentur zeigte sich auch besorgt über die schleppenden Konsolidierungsbemühungen Portugals. Ungenügende Bemühungen zur Eindämmung des Haushaltsdefizits könnten eine Senkung der Bonitätsnote des Landes zur Folge haben, sagte Fitch-Direktor Paul Rawkins. Fitch hatte das Länderrating Portugals von 'AA' bereits im September auf die Liste für eine Überprüfung hinsichtlich einer möglichen Herunterstufung gesetzt. Hinsichtlich der Lage Griechenlands sagte Rawkins, beim Länderrating durch Fitch sei eine mögliche Rettung des Landes nicht berücksichtigt. Das Risiko einer Insolvenz des Landes werde als sehr gering eingestuft, fügte er hinzu. Fitch stuft die Bonität Griechenlands mit 'BBB+' ein. Die spanische Regierung hat nach Einschätzung von Fitch rasch Maßnahmen zur Konsolidierung der öffentlichen Finanzen angekündigt. Allerdings seien in Spanien die makroökonomischen Risiken weiterhin sehr hoch, sagte Rawkins.