Systemrisiko: "Versager" sollen abgewickelt werden
Schweiz wartet mit neuer Bankregulierung auf Basel III
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KÖLN, 15.7.2010. Nach Angaben der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) müssen europäische Unternehmen und Finanzinstitute bis Ende 2013 insgesamt 3,03 Bill. USD an Schulden refinanzieren. Allein in Europa müssen im laufenden Jahr 628 Mrd. USD, 2011 insgesamt 903 Mrd. USD, 2012 rund 883 Mrd. USD und 2013 dann 618 Mrd. USD refinanziert werden. In den USA sind bis Ende 2013 insgesamt 2,4 Bill. USD an Schulden fällig. S&P warnte vor negativen Effekten möglicher Herabstufungen der Länderratings, diese könnten zu höheren Finanzierungskosten und einem schwierigerem Marktzugang für Banken und Unternehmen führen. Die Ratingagentur begründete dies mit der bedeutenden Rolle, die die Staaten während der Finanzkrise bei der Sicherung der Unternehmens- und Bankenfinanzierung gespielt hätten. Der steigende Finanzbedarf der Staaten könnte Unternehmen und Banken aus den Kapitalmärkten herausdrängen, argumentierte S&P.
Im laufenden Jahr müssen die europäischen Staaten voraussichtlich 1,8 Bill. USD an Schulden refinanzieren. In den kommenden Jahren dürfte der Kreditbedarf der europäischen Staaten jedoch voraussichtlich sinken. Zudem könnten sich für die Unternehmen Schwierigkeiten bei der Refinanzierung dadurch ergeben, dass Banken ihre Kreditvergabe einschränken, um ihr Eigenkapital zu stärken. Positiv merkt die Ratingagentur an, dass rund ein Viertel der fälligen Kredite im Finanzsektor in den kommenden Jahren aus besicherten Anleihen ("covered bonds") wie Pfandbriefen besteht. Dabei handelt es sich im Regel um hochbewertete Papiere. Zudem sei der überwiegende Teil der in den kommenden Jahren fälligen Schulden (91 %) von Finanzinstituten ausgegeben worden, die ein Investmentgrade-Rating besitzen. Außerhalb des Finanzsektors werden laut S&P in den kommenden Jahren erheblich weniger Schulden fällig.
Dabei verweist die Ratingagentur aber darauf, dass deren Anteil höher wäre, wenn so genannte "Leveraged Borrowers" in die Analyse einbezogen worden wären. Unternehmen und Banken aus Portugal, Irland, Griechenland und Spanien müssen laut S&P bis Ende 2013 insgesamt 395 Mrd. USD an Schulden refinanzieren. Deutsche Finanzinstitute hätten mit 16 % den größten Anteil der zu refinanzierenden Schulden im Finanzsektor, gefolgt von Großbritannien, Frankreich und Schweden. Zusammen stünden diese vier Länder für mehr als 50 % der im europäischen Finanzsektor bis Ende 2013 fälligen Schulden. Außerhalb des Finanzsektors sieht die Rangfolge anders aus. Hier stehen den Angaben zufolge Unternehmen aus Frankreich für rund 20 % der zu refinanzierenden Schulden, Niederlande und Großbritannien für jeweils 18 % und Deutschland für 14 %.