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Systemrisiko: "Versager" sollen abgewickelt werden
BaFin-Präsident Jochen Sanio will eine geordnete Abwicklung von systemisch relevanten Banken. Hierzu sollten weltweit einheitliche Regeln beschlossen werden. Es könne nämlich nicht sein, dass die "Ver
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Studie: Ausfallrisiken von Banken wieder gestiegen

Von Redaktion RISIKO MANAGER

KÖLN, 22.7.2010. Die Credit Default Swap (CDS)-Werte von im deutschen Markt agierenden Banken sind in den vergangenen Monaten erneut deutlich angestiegen. Der Mittelwert der von Scope Analysis berücksichtigten Banken betrug zum Stichtag 30. Juni 2010 129,4 Basispunkte, so die Berechnungen der Ratingagentur in einer aktuellen Studie. Vor allem die Sorgen um Insolvenzgefahren und um die hohe Staatsverschuldung einiger europäischer Staaten sowie die damit einher gehende Euro-Schwäche habe die Unsicherheit in den Märkten und damit die CDS-Werte nach oben getrieben, so die Studie. Staatspapiere gefährdeter europäischer Länder wie Griechenland seien breit in den Anleiheportfolios von Banken vertreten und verfestigten den Eindruck der Märkte über ein nach wie vor erhebliches Abschreibungspotenzial in den Bankbilanzen. Trotz der eingeleiteten Notfallmaßnahmen von IWF, Europäischer Union sowie der Länderregierungen für die Sanierung ihrer Staatshaushalte haben sich die durch die CDS-Werte ausgedrückten Risikoaufschläge noch nicht maßgeblich zurückgebildet. Anfang des Jahres lag der CDS-Wert im Branchendurchschnitt noch bei 78,8 Basispunkten; die Märkte hatten sich weitgehend beruhigt. Doch nach den Turbulenzen um den Euro erreichte der CDS-Mittelwert am 1. Juni mit 162,5 Basispunkten wieder einen Höchststand im ersten Halbjahr 2010.

In den Wochen vor und nach der Insolvenz von Lehman waren Werte im Branchenmittel von über 300 Basispunkten erreicht worden. „Normale“ CDS-Stände bei ruhigen Marktverläufen liegen bei deutlich unter 50 Basispunkten. Hohe CDS-Werte sind derzeit vor allem bei Morgan Stanley (210 BP) sowie der Royal Bank of Scotland (180 BP), der Citigroup (161 BP), der HSH Nordbank (151 BP) sowie Goldman Sachs (150 BP) anzutreffen. Wesentlich niedrigere Risikoaufschläge deutlich unter dem Marktdurchschnitt verlangen die Märkte dagegen bei der HSBC Bank (61 BP), der Rabobank (69 BP) sowie JPMorgan Chase (84 BP). Sollten die zur Veröffentlichung anstehenden Ergebnisse der Stresstests der überwiegenden Mehrheit der europäischen Banken Stresstauglichkeit bescheinigen – wie vielfach vermutet –, dann wird diese Risikoeinschätzung angesichts der vorliegenden CDS-Ergebnisse von der aktuellen Marktmeinung offenkundig nicht gedeckt. Inwiefern die Stresstests die notwendige Glaubwürdigkeit und die entsprechend beruhigende Marktwirkung entfalten können, bleibt abzuwarten. 

Credit Default Swaps (CDS) geben Aufschluss darüber, wie der Markt kurzfristig das Ausfallrisiko eines Emittenten bewertet. Der Wert zeigt den Risikoaufschlag an, den Kapitalgeber am Markt für die Anleihen eines Emittenten verlangen, um dessen Ausfallrisiko abzudecken. Eine fundierte Bonitätsanalyse ersetzt die CDS-Betrachtung freilich nicht; sie spiegelt die aktuelle Marktmeinung in Bezug auf die fragliche Adresse wider. Sie kann sich kurzfristig ändern, wird aber als Frühindikator bei sich zuspitzenden Risiken gesehen, welche die herkömmlichen, auf Fundamentalanalyse basierenden und damit zum Teil rückwärts gerichteten Credit Ratings noch nicht anzeigen. Scope beobachtet Credit Default Swaps bereits seit Jahren bei der Bonitätsbetrachtung von Banken in ihrer Eigenschaft als Zertifikateemittenten. Darüber hinaus fließt die Veränderung von CDS-Werten permanent in das Scope-Risikokontrollsystem ein, mit dessen Hilfe Vertriebe und Vermögensverwalter sämtliche Zertifikaterisiken kontinuierlich überwachen und optimieren können.

 

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