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Rückversicherung: Harte Verhandlungen in den Erneuerungsgesprächen

Von Redaktion RISIKO MANAGER

KÖLN, 3.2.2010. In den Erneuerungsrunden zu Beginn des Jahres haben die großen Rückversicherer überwiegend stabile Preise erzielt. Für das laufende Jahr sagte die Hannover Rückversicherung AG deshalb einen Prämienzuwachs um 5 % voraus. Wegen der vorsichtigeren Geschäftspolitik sollen die EBIT-Renditen in der Schaden- und Personen-Rückversicherung jedoch geringer ausfallen. In der Erneuerungsrunde seien Raten und Konditionen "weitgehend stabil" geblieben. "Ein leichter Druck auf die Preise war nach dem besonders guten Jahr 2009 zu erwarten", sagte Vorstandsvorsitzender Ulrich Wallin. Insgesamt hätten sich die Preise ähnlich entwickelt, wie bei der Münchener Rück, hieß es. Der Münchener Konkurrent hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass die Preise in der jüngsten Erneuerung zum Jahreswechsel im Schnitt um 0,3 % unter Vorjahr lagen.

Erwartungsgemäß war das Marktumfeld in dieser Erneuerung schwieriger als im Vorjahr. Die Kapitalmärkte haben sich schneller als erwartet erholt und damit auch die Bilanzen vieler Erst- und Rückversicherer. Kapazität stand in den meisten Sparten ausreichend zur Verfügung. Generell zeigten die Preise einen leichten Abwärtstrend. Ein anderer wichtiger Grund dafür war die infolge eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds stagnierende Nachfrage nach Erst- und Rückversicherungsdeckungen. Ratenerhöhungen gab es dagegen in Segmenten, die 2009 von Schäden betroffen waren wie Kredit, Luftfahrt und einige Naturgefahrendeckungen. Die Bedingungen blieben weitgehend unverändert.

In der Schaden-Rückversicherung standen bei der Hannover Rück Verträge für 2,98 Mrd. EUR oder zwei Drittel des Bestands zur Erneuerung an. Davon wurden Verträge für 2,7 Mrd. EUR verlängert sowie im Umfang von 263 Mio. EUR aufgegeben oder in veränderter Form verlängert. Im US-Geschäft sei die Erneuerung in der Schaden-Rückversicherung bei überwiegend stabiler Ratenentwicklung "insgesamt befriedigend" verlaufen. Im Industriehaftpflichtgeschäft seien Prämienabriebe verhindert worden. Verträge im Luftfahrt- sowie im Kredit- und Kautions-Geschäft seien mit steigende Prämien erneuert worden. Das Deutschlandgeschäft habe sich besonders in der Kfz-Haftpflicht unerwartet erfreulich entwickelt, teilte die Hannover Rück weiter mit. Dem gegenüber seien die Preise im weltweiten Katastrophengeschäft angesichts des schadensarmen Vorjahres gesunken. In Skandinavien habe der Konzern angesichts sinkender Raten teilweise auf Geschäft verzichtet. Angesichts der insgesamt zufrieden stellenden Vertragserneuerung zum Jahreswechsel erwartet die Hannover Rück trotz des Ratendrucks im Sachgeschäft ein gutes Geschäftsjahr in der Schaden-Rückversicherung.

„In den Erneuerungsgesprächen wurde hart verhandelt. Wir haben keine Alternative zu risikoadäquaten Preisen, wenn wir unser Geschäft nachhaltig betreiben wollen“, sagte dagegen Torsten Jeworrek, im Vorstand der Münchener Rück zuständig für das weltweite Rückversicherungsgeschäft. Verträge, die absehbar unprofitabel sind, wurden konsequent beendet. „Wir haben auch in diesem etwas schwierigeren Umfeld die Qualität unseres Portefeuilles gehalten und können daher mit der Erneuerungsrunde zufrieden sein“, so Jeworrek. „Trotz der Herausforderungen im Marktumfeld konnten wir 2009 unser ambitioniertes Ziel einer Rendite von 15 % nach Steuern auf das risikoadjustierte Eigenkapital sogar leicht übertreffen“, so Finanzvorstand Jörg Schneider.

 

 

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